Die VSOP-Fachgruppe „Sozialplanung international“ wurde am 30.09.2016 in Nürnberg gegründet. Die Teilnehmer/innen der Gründungssitzung und zugleich das Organisationsteam der Fachgruppe sind Dr. Ingo Gottschalk, Sabine Mayer-Dölle, Werner Riedweg, Prof. Dorit Sing, Prof. Andreas Strunk, Walter Werner.

Ziele, Aktivitäten und Arbeitsformen der Arbeitsgruppe

Planungsdiskurse zu aktuellen Themen kommunaler Entwicklung, Berichterstat-tung, gesetzlicher und Finanzierungsregelung im D-A-CH-Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) und ggf. darüber hinaus in vergleichender Perspektive; Start mit den Schlüsselthemen “Wohnen” (2017) und “Arbeit” (2018) in all ihren Facetten

Erfahrungsaustausch und Vernetzung der Sozialplaner_innen und Sozialplanung unterrichtenden und fördernden Personen im D-A-CH-Raum; Verständigung über Planungsansätze, Planungsprozesse und Planungsprojekte, über Berichtsformate, professionelle Standards und berufsethische Grundsätze; Austausch beispielhafter Planungsprojekte und -dokumente

Arbeitsformen: Tagungen (alle zwei Jahre), Workshops, Visitation von Praxis-projekten, Planlabore in Kommunen, strategische und kollegiale Beratung

Erarbeitung und Herausgabe von Empfehlungen und Positionspapieren zur Sozialplanung und Politikgestaltung im Dreiländer- bzw. internationalen Vergleich

Öffentlichkeitsarbeit zur Sozialplanung im D-A-CH-Raum auf VSOP-Website und im VSOP-Newsletter, über Partnerorganisationen, öffentliche und private Institutionen

Finanzierung der Fachgruppenarbeit: Strukturfinanzierung des Organisationsteams über den VSOP; Kostendeckungsprinzip für Veranstaltungen; Drittmittelakquise für Aktivitäten des Fachgruppe

Entwicklung einer arbeitsfähigen und für weitere Interessent/innen offenen Organisations- und Arbeitsstruktur der Fachgruppe:

  • Organisationsteam für die laufende Arbeit
  • Sprecher/innen-Trio aus den drei Ländern
  • Verbindungsperson im VSOP-Vorstand, “Mittler” in Österreich und der Schweiz
  • Organisations- und Serviceleistungen durch die VSOP-Geschäftsstelle
  • Katholische Stiftungsfachhochschule in München als Kooperationspartner für Veranstaltungen

 

Konzepte zur sozialen Sicherung unter dem Aspekt demographischer Herausforderungen sind aktuelle Themenstellungen in den Städten und Landkreisen Deutschlands. Dabei wird die Wohnungsfrage im Zuge der gesellschaftlichen Entwicklung zunehmend zu einer sozialen Frage ersten Ranges. Marktsegmente für bezahlbares Wohnen nehmen ab, die sozialräumliche Segregation nimmt zu, die Nachfrage  nach barrierefreiem Wohnraum, in dem Menschen selbst bestimmt leben können, wird größer.

Dieser Schwerpunkt und eine soziale Wohnraumförderung für einkommensschwache Haushalte und besondere Bedarfsgruppen wie junge Menschen, Alleinerziehende, Ältere, Migranten, Wohnungslose und Menschen mit psychischen Erkrankungen stehen auf der kommunalen Agenda ganz oben.

Ausgangslage

Mit der Ratifizierung des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen (UN-Behindertenrechtskonvention – BRK) am 26. März 2009 durch die Bundesrepublik Deutschland sind die dort formulierten Ansprüche auf gleichberechtigte Teilhabe und eine inklusive Gestaltung der unter anderem sozialen Infrastruktur verbindlich. Inklusion wird dabei als allgemeines Menschenrecht auf gleichberechtigte Teilhabe und Zugehörigkeit am gesellschaftlichen Leben verstanden, welches sich nicht auf bestimmte Bevölkerungsgruppen oder Themenfelder beschränkt.

Inklusion geht über den Ansatz der Integration hinaus. Sie setzt nicht an der Verbesserung der Lebenssituation Einzelner an, sondern an den grundlegenden Strukturen und Ursachen von Ausgrenzung und Segregation.

Kommunale Umsetzung

Auf kommunaler Ebene bedeutet dies, dass die Prinzipien der Inklusion, wie sie in der UN-BRK formuliert sind, für die Sozialplanung zur gemeinsamen und übergreifenden Orientierung werden müssen. Inklusion bietet die Chance unterschiedliche Planungen durch ein gemeinsames Leitmotiv miteinander zu verbinden, um auf diese Weise Sozialräume entstehen zu lassen, in denen alle Menschen unabhängig von Alter, Herkunft, Geschlecht oder Beeinträchtigung gleichberechtigt miteinander leben können.

Um die Forderungen der UN-BRK umsetzen zu können, sind in den vergangenen Jahren verschiedene Positionspapiere, praktische Arbeitshilfen und Aktionspläne (siehe Links) entwickelt und veröffentlicht worden, die für unterschiedliche Planungs- und Praxisebenen Anregungen und Strategien zur Entwicklung inklusiver Gemeinwesen geben. In der Praxis verläuft die Umsetzung jedoch eher schleppend, wie beispielsweise der unabhängige Staatenbericht der BRK-Allianz 2015 zur Lebenssituation behinderter Menschen in Deutschland konstatiert.

Inklusive Sozialplanung

Auf kommunaler Ebene erschweren unterschiedliche Aufgabenzuschnitte und Zuständigkeiten sowie begrenzte finanzielle Spielräume die Entwicklung inklusiver Strukturen und Sozialräume.

Sozialplanung hingegen verfügt bereits über vielfältige Planungsinstrumente für Teilhabeplanung sowie Methoden zur Datenerhebung, Analyse und Berichterstattung über soziale Lagen und bringt beste Voraussetzungen für eine inklusive Planung mit: Inklusion ist in erster Linie eine Haltung, die klaren Prinzipien von Teilhabe und Gleichberechtigung folgt. Eine “Inklusive Sozialplanung hat dafür zu sorgen, dass (…) tragfähige Nachbarschaftsstrukturen entstehen, Solidarität und Gemeinsinn gefördert werden und so ein inklusives Gemeinwesen zur Normalität wird“ (Positionspapier, VSOP 2012)

Die Bekämpfung der Armut von Familien ist ein Schlüsselthema für die Sozialplanung. Eine besondere Herausforderung dabei ist die Hilfebedürftigkeit von Kindern. Überproportionale Armutsquoten von Familien sind Ausdruck sozialer Ungleichheit und rühren am Grundverständnis sozialer Gerechtigkeit. Auftrag und Anspruch der Sozialplanung ist die Verbesserung ihrer Lebenslagen und Lebenschancen.
Eine integrierte Sozialplanung sucht Wege für die Versorgung von Familien, die sektorale Strategien überwindet, familienbezogene Leistungen aus einem Guss anbietet und die dazu maßgeblichen Akteure aktiviert.
Welche Steuerungsmöglichkeiten haben Kommunen gegen Familienarmut?
Welche Rolle spielen lokale Netzwerke gegen Armut und
zur Armutsprävention oder lokale Bündnisse für Familie? Welche unmittelbaren Teilhabechancen werden armen und von Armut bedrohten Familien eröffnet? Wie wird Familienfreundlichkeit zu einer kommunalpolitischen Leitlinie?
Was kann Sozialplanung für Chancengerechtigkeit, Unterstützung und Teilhabe von Familien im lokalen Diskurs zwischen Politik, Verwaltung, einer vielfältigen Trägerlandschaft und den Betroffenen beitragen? Welche Rahmenbedingungen, Instrumente und Ansätze hat Sozialplanung für eine erfolgreiche kommunale Familienpolitik?
Wie analysiert Sozialplanung die Wirkung familienbezogener Maßnahmen gegen Armut und identifiziert die Erfolgsfaktoren?

 

Dokumentation des 4. Symposiums zum 5. Armuts- und Reichtumsbericht vom 10. Januar, BMAS: hier

Jeder Landkreis, jede Stadt in Deutschland steht im Rahmen der Anforderungen zur kommunalen Selbstverwaltung vor finanziellen und konzeptionellen sozialpolitischen Entscheidungen. In der Sozialverwaltung sind diese Herausforderungen nur mit Hilfe des Einsatzes fundierter Managementsysteme bearbeitbar. Die Notwendigkeit zur Installierung und Ausdifferenzierung von Managementinstrumenten (z. B. Kosten- und Leistungsrechnung, Kontraktmanagement, Qualitätsmanagement) verstärkt den Zwang, steuerungsunterstützende Instrumente auszubauen und zu nutzen. Führungs- und Leitungskräfte werden bei der Gestaltung ihres zukunftsorientierten Managements und der Aufgabe der Steuerung in schwierigen Zeiten unterstützt. Sozialplanung und Controlling leisten dazu einen jeweils spezifischen Beitrag.

Seit der VSOP-Jahrestagung im März 2011 firmiert die frühere Fachgruppe Armut und soziale Sicherung unter dem neuen Namen „Fachgruppe „Sozialberichterstattung und Sozialpolitik“. In dieser „Querschnittsgruppe“ ist neben der Praxis der Sozialberichterstattung immer auch aktuelle Sozialpolitik Thema.

Schlüsselthemen der Arbeitsgruppe sind:

  • Praxis der Sozialberichterstattung (integrierte Berichterstattung, Armuts- und Reichtumsberichterstattung, Sozialmonitoring, Sozialraumanalysen)
  • Neue kommunale Sozial- und Armutsberichte (Fallbeispiele, best practice, kollegiale Beratung)
  • Neues zur Sozialberichterstattung aus Wissenschaft, Lehre und Forschung (Studien, Projekte, Initiativen)
  • Geografische Informationssysteme (GIS) in der Sozialplanung
  • Sozialpolitikkonzepte und Strategien sozialer Sicherung (Hartz IV, Sozialhilfe, Eingliederungshilfe)
  • Armutsnetzwerke und Armutslobbies auf verschiedenen Ebenen (Austausch Sozialplanung und Betroffenenperspektiven, Kooperation, Beteiligung, Inklusion)
  • Europäische Plattform gegen Armut und soziale Ausgrenzung (im Rahmen der EU-Strategie 2020)
  • Beschäftigungsstrategien und Arbeitsfelder für Sozialberichterstattung (Positionen, Qualifizierung, neue Stellenangebote)

Unsere Arbeitsformen:

  • Treffen der Fachgruppe zweimal im Jahr
  • Workshops
  • Visitation von Praxisprojekten
  • Entwicklung von Positionspapieren
  • Vertretung des VSOP in Fragen der Sozialberichterstattung und Sozialpolitik (nach Absprache mit dem Vorstand)

Ansprechpartnerinnen und -partner sind

Walter Werner, 06232-629494, walter.werner@vsop.de

Jenny Richter, 0341-99 39 23-10, jrichter@dji.de

 

Kommunale Bildungslandschaften brauchen zukunftsorientierte Lösungen und Angebote vor Ort, um in Städten und Landkreisen die Bildungschancen zu erhöhen, Fachkräfte zu sichern und damit wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Aufbau eines datenbasierten kommunalen Bildungsmanagements, das Bildung über alle Lebensphasen hinweg in den Mittelpunkt rückt und mit vielen Akteuren gemeinsam vor Ort neue Prozesse anstößt, ist dafür eine wichtige Grundlage. Bundesministerium für Bildung und Forschung 2015

Zur Umsetzung dieser Ziele fördert der Bund u.a. Transferagenturen.

Hinweise zu den Transferagenturen für kommunales Bildungsmanagement

http://www.transferagenturen.de/26.php

Transferagentur Bayern

Transferagentur Hessen

Transferagentur Mitteldeutschland

Transferagentur Niedersachsen

Transferagentur Nord-Ost

Transferagentur Nordrhein-Westfalen

Transferagentur Rheinland-Pfalz-Saarland

Transferagenturen Großstädte

 

 

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Wählen Sie ein Fachthema:

Zu- bzw. Auswanderung über nationalstaatliche Grenzen hinweg sind große aktuelle gesellschaftspolitische Herausforderungen. Deutschland ist de facto ein Zuwanderungsland. Damit gewinnen die Migrations- und die Integrationspolitik in Deutschland an Bedeutung. Das Zuwanderungsgesetz und das Integrationsgesetz definieren grundlegend eine veränderte deutsche Migrations- und Integrationspolitik.

Dabei finden das Fördern und das Fordern als Gestaltungsprinzipen des Integrationsprozesses Anwendung. Lösungen zu migrations- und integrationspolitischen Fragen erfordern Ansätze auf jeder sozialstaatlichen Ebene. Sozialplanung muss dazu einen Beitrag leisten.

Die Arbeitsgruppe wird bei Bedarf wieder ins Leben gerufen, bei Interesse bitte in der in der Geschäftsstelle des VSOP melden.

Die Jugendhilfeplanung ist eine Planung, die im § 80 Sozialgesetzbuch VIII definiert ist. In der Praxis ist es oft so, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendhilfeplanung neben den methodischen Ansätzen der Planung auch von konkreten politischen und rechtlichen Vorgaben und den handelnden Leitungskräften der Verwaltung beeinflusst werden, so dass Jugendhilfeplanung im Spannungsfeld der methodischen Planung auf der einen Seite und den Partikularinteressen einzelner sowie der Erwartungshaltung der Politik und der Jugendhilfeanbieter agiert.

In der Jugendhilfeplanung werden auf der örtlichen Ebene Planungen mit erheblichen finanziellen Auswirkungen betrieben. Hier sind insbesondere die Planung der Kindertagesbetreuung und die Planung der Hilfen zur Erziehung zu nennen. Neben den o.g. Interessen ergeben sich aus diesem Kontext erhebliche wirtschaftliche Interessen der Anbieter (freie Anbieter, Wohlfahrtsverbände und die Kommunen selbst) hinzu.

Jugendhilfeplanung hat Schnittmengen zu anderen Planungsbereichen (Armutsprävention, Sozialraumplanung, Schulentwicklungs- und Bildungsplanung link zum Bereich Bildung auf der Internetseite) u.a. Damit agiert sie in Feldern mit unterschiedlichen Rechtskreisen und tangiert Zuständigkeiten des Bundes, der Länder und der kommunalen Ebene.

Die Jugendhilfeplanung hat den Auftrag, Planungen methodisch auszugestalten und den örtlichen Jugendhilfeausschüssen (die nach § 71 SGB VIII sich mit den Angelegenheiten der Jugendhilfeplanung befassen) Entscheidungshilfen dadurch zu ermöglichen, dass neben den Ergebnissen der Jugendhilfeplanung die Interessenwahrnehmungen einzelner Akteure dargestellt werden.

Partizipation der Adressaten ist dabei eine wesentliche Handlungsmaxime, die die Jugendhilfeplanung in allen Planungsprozessen (mit) gestalten muss.

Dieses ist für die oft in ihren Kommunen einzeln agierenden Jugendhilfeplanenden mit Schwierigkeiten verbunden. Der VSOP ermöglicht hier neben den fachlichen Angeboten wie Informationen durch Workshops, Qualifizierung zur Sozialplanung (der Begriff wird hier umfänglich benutzt als Sammlung aller Fachplanungen, der Sozialberichterstattung u.v.m.) auch den kollegialen Austausch auf einer Plattform, auf der die eigene berufliche Rolle auf dem Hintergrund der Einbindung in die jeweiligen Strukturen reflektiert werden kann.