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11.-13.09.2019 Sozialplanung im D-A-CH-Raum

Die VSOP-Fachgruppe Sozialplanung International hat den zweiten Kongress zum Thema Sozialplanung und Arbeitsmarktentwicklung vorbereitet und sucht Mitstreiter*innen und Referent*innen, die sich aktiv beteiligen oder Ideen einbringen wollen. Die Anfragen an in Frage kommende Referent*innen sind angelaufen. Das nächste Treffen der Fachgruppe findet am 12.12.2018 an der Stiftungshochschule München von 11:30 bis 15:00 statt. Interessierte sind herzlich willkommen. Hier das vorläufige Programm, wie es die Fachgruppe bisher entwickelt hat:

 

Sozialplanung im D-A-CH-Raum.
Strategien und Praxis angesichts der Arbeitsmarkttransformation

Internationaler Kongress, am 11. bis 13.9.2019 in München

 

Die Modernisierung von Gesellschaft und Wirtschaft hat zur Entstandardisierung vieler Lebensbereiche geführt. Die fortschreitende Digitalisierung und der Siegeszug der neuen Informations- und Kommunikationstechnologie, die wir aktuell beobachten können, haben das Tempo dieser Veränderungen exponentiell gesteigert und in manchen Segmenten, z.B. in der Arbeitswelt, zu Verwerfungen geführt. Zentrale Eckpfeiler (z. B. Zugänge in Berufsbildung und Erwerbstätigkeit, Arbeitsverhältnisse und Verdienstchancen, parteiliche Vertretung und Sozialpartnerschaft etc.) fransen aus, erodieren zunehmend und werden durch z.T. fluide Alternativen ersetzt, traditionelle Lebensentwürfe werden von temporären Prekariaten überlagert.

Arbeitsmarktspezifische Herausforderungen an die Sozialplanung

Die fortschreitende Entstandardisierung der Arbeitswelt hat einen grundlegenden Bedeutungswandel von Erwerbsarbeit mit sich gebracht, der bis in die Bereiche der Identitäts- und Persönlichkeitsentwicklung sowie der Positionierung der Individuen in der Gesellschaft hineinreicht. Nach wie vor organisiert sich Identität wesentlich um die Frage, welche Position auf dem Arbeitsmarkt eingenommen werden kann. So nimmt der Modus von Erwerbsarbeit bzw. des Fehlens von Erwerbsarbeit auch während mehr/minder langen Phasen der Arbeitslosigkeit eine bestimmende Funktion ein.

Umso wichtiger erscheinen vor diesem Hintergrund

  • Bemühungen rund um den 2. & 3. Arbeitsmarkt
  • Insistieren auf Durchlässigkeit von unterstützenden Strukturen vor und unterhalb des regulären Arbeitsmarktes
  • Erleichtern von Zugängen zu beruflicher Bildung und Erwerbstätigkeit
  • Abfedern von negativen Konsequenzen der Prekarisierung (sei es durch prekäre Arbeitsverhältnisse, durch Start Ups und Scheinselbstständigkeit, durch Einkommenseinbußen im Kontext von Arbeitslosigkeit und Abstiegsszenarien etc.)
  • Sicherung, Förderung und Qualifizierung im örtlichen / regionalen Umfeld von Erwerbsarbeit, Arbeitslosigkeit und (Re)Integration in den Arbeitsmarkt

Dokumentation und Berichterstattung sind wichtiger denn je

Örtliche / regionale Sozialplanung ist darauf angewiesen, dass die arbeitsmarktspezifischen Herausforderungen beobachtet und analysiert, Entwicklungen und Auswirkungen dokumentiert und Initiativen zur Unterstützung und Förderung von Betroffenen der Arbeitsmarkttransformation hinsichtlich Passfähigkeit und Treffsicherheit evaluiert werden. Diese Grundlagen sind gleichermaßen für konkrete praktische Sozialplanung sowie für einen wissensgeleiteten arbeitsmarktpolitischen Diskurs unverzichtbar.

(Kommunale wie regionale) Sozialplanung steht angesichts der Komplexität der fortschreitenden Arbeitsmarkttransformation und deren Konsequenzen in Bezug auf die Dimensionen des Begriffes von Arbeit, auf die Zielgruppen arbeitsmarktspezifischer Handlungsfelder sowie auf die unterschiedlichen Ebenen des Arbeitsmarktes vor der großen Herausforderung, Initiativen zu entwickeln und umzusetzen, um negative Konsequenzen der abfedern, lindern bzw. nach Möglichkeit abwenden zu können.

Vorläufige Rahmenplanung des Kongresses

In Fortführung des diesjährigen Kongresses zur Sozialplanung im D-A-CH-Raum mit Blick auf den Handlungsrahmen Wohnen wendet sich der anstehende Kongress an Sozialplaner*innen und Expert*innen im arbeitsmarktrelevanten Konnex und will einen fachlichen und länderübergreifenden Diskurs zu nachstehenden Themenbereichen bearbeiten und Perspektiven für eine gelingende Sozialplanung vor Ort / in der Region erkunden:

  • Teil I: Gesellschaftliche Trends und Strukturwandel des Arbeitsmarktes
    (Globalisierung, Digitalisierung, Prekarisierung)
  • Teil II: Konsequenzen des Strukturwandels in Hinblick auf Lebenslagen, Zielgruppen, Haushalte (Entstandardisierung, Armut, Arbeitslosigkeit)
  • Teil III: Sozialberichterstattung und arbeitsmarktpolitischer Diskurs
    (Leitbilder, Potenziale und Capabilities, Indikatoren)
  • Teil IV: Sozialplanung vor Ort – Strategien zur Arbeitsmarkttransformation
    (Lokaler Handlungsrahmen, integrierte Programme, best practice, Transfer)

Formate und Diskursrahmen

Im Vordergrund des Kongresses stehen insgesamt 9 Fachvorträge (ca. 45 Minuten, jeweils 3 pro Tag), die gewissermaßen den inhaltlichen Rahmen für eine vertiefende Diskussion in thematisch fokussierten Workshops (ca. 90 Minuten) gewährleisten. Diese Workshops sollen auch Raum für die Vorstellung praktischer Beispiele von örtlicher / regionaler Sozialplanung bieten. Offene Diskursformate (World Café, Fish Bowl etc.) dienen dem Austausch zwischen den Praktiker*nnen sowie der Ergebnissicherung.

Das VSOP-Organisationsteam besteht aus: Dorit Sing, Walter Werner, Andreas Strunk und Markus Nowak (Deutschland), Werner Riedweg (Schweiz) und Heinz Schoibl (Österreich)

Kontakt: VSOP / Verein für Sozialplanung e. V., Halberstädter Str. 115, 39112 Magdeburg,
Mail: geschaeftsstelle@vsop.de, Tel.: 0049 391 58279582

Veranstaltungsort: Der Kongress findet in den Räumlichkeiten der Katholischen Stiftungshochschule München statt

Dokumentation und Ergebnissicherung: Eine umfassende Dokumentation ist geplant, die auf der Homepage des VSOP zum Download bereitgestellt wird. Auf der Homepage des VSOP www.vsop.de ist derzeit auch die Dokumentation der internationalen Tagung zu „Strategien und Praxis für bezahlbares Wohnen“ vom Februar des Jahres bereitgestellt.

Teilnehmer*innen: Voraussichtlich 100 Expert*innen aus kommunaler / regionaler Sozialplanung, Politik sowie arbeitsmarktrelevanten Einrichtungen